Evil ways

Tag 10 – Di. 29. Mai 2012

Torridon – Poolewe

81,6km – 1100hm – 6,5h




Ein Überblick über die Alternativ-Strecken
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Meine Tages-Strecke
13FMs Route
Tollie-Path-Loop
HTR seit 2016
HTR 2013-15

Der Wind hat abgeflaut, es ist bewölkt, aber immer noch trocken. Im Youth-Hostel gibt es einen Internet-PC, die Gelegenheit die weitere Strecke zu planen. Ab hier bis ins Fisherfield habe ich zwei Möglichkeiten. 13FM fuhr nach Westen entlang der Küste bis Poolewe. Ab der Lower-Diabaig-Bothy ist allerdings mehrere Kilometer schieben angesagt. Ich könnte aber auch auf Straße das nördliche Torridon im Osten umfahren und dann noch den Kinlochewe-Forest-Loop mitnehmen. OK, das probier ich.
Also ziehe ich mir von meinen Vorplanungen in Gpsies diese Route und dann noch den Fisherfield-Trail und die Route Ullapool-Lochinver auf mein Garmin. Noch schnell ein paar kurze Mails und dann kappe ich wieder die Verbindung nach Hause. Die „Erfahrung“ dieses Trips ist viel intensiver durch die Beschränkung auf das Hier und Jetzt.

Auf welliger, stetig ansteigender Single-Track-Road geht es Richtung Kinlochewe. Zwei Passing-Places vor mir hält ein entgegenkommender PKW an und wartet geduldig, bis ich an ihm vorbeigeradelt bin. Manche Highlander haben echt die Ruhe weg. Und offenbar kein Augenmaß für die Breite der Strasse, denn jetzt mal ehrlich, mein Bike und ich haben nen echt schmalen Fuß.

Loch Clair. Hier geht der HTR seit 2016 in’s Torridon rein

Ab hier rollt es abwärts nach Kinlochewe. Direkt am Ortsanfang liegt das Whistle Stop Cafe, beliebter Stop beim HTR und auch meine Wahl für ein prächtiges Frühstück.
Die freundliche Inhaberin lässt mich mein Gepäck deponieren und ich mache mich gesättigt und erleichtert auf zum Kinlochewe-Forest-Loop. Im Ort gibt es übrigens einen kleinen Laden mit Lebensmitteln und Outdoor-Ausrüstung sowie ein Hotel mit Bunkhouse.

Die Bezeichnung „Forest“ hat in den Highlands übrigens nichts mit Wald zu tun, es bezeichnet einfach eine Region, meist ein Hirsch-Jagdrevier, aber genauso baumlos wie alles andere.

Eoin Duignan – Dances of the Gypsy Queen

Es wird immer steiler, extrem verblockt, mit teilweise sehr steilen Felsstufen. Ich mache zum ersten Mal auf der Tour den Sattel runter, aber die Strecke ist an manchen Stellen nur fahrbar, wenn man Hans Rey heißt oder wenigstens mit ihm verwandt ist. Aber nicht für mich. Ich bin zwar die (abgesehen von den Rey-Stellen) vergleichbare Fimber-Pass-Abfahrt im Engadin komplett gefahren, aber auf dieser Tour habe ich mir vorgenommen, nicht an die Grenzen zu gehen.

Weiter unten ist der Weg durch Hangrutschungen sogar gelegentlich völlig hinüber und so schiebe ich insgesamt dreiviertel der Strecke bis ich schließlich am Loch Marie auf den Postie-Path treffe, der seit 2016 Teil des HTR ist. Diesem folge ich bis Kinlochewe, für die 26km des Loop habe ich 3 Stunden gebraucht. Im Cafe lade ich mein Gepäck wieder auf und fahre die 41km bis Poolewe auf der A832 am Loch Marie entlang nach Norden.

Dort, wo die Strasse nach Westen schwenkt, trifft der Tollie-Path auf die Hauptstrasse. Der Tollie, ebenfalls mal Path-of-the-Year und bis 2016 Teil des HTR, wird normalerweise von Nord nach Süd befahren und wird als ziemlich ausgewaschen und verblockt beschrieben, aber davon hatte ich heute genug, weswegen ich ihn auch auslasse und weiter die Hauptstrasse fahre, die zuerst eine lange Strecke bergauf führt, was danach durch eine rauschende Abfahrt durch lockeren Wald belohnt wird. Erst zuhause sehe ich, dass ich einen Teil der Strecke nach Gairloch auch offroad hätte fahren können, aber was soll’s, es rollt gut auf der Highroad to Gairloch. (Für alle Nicht-Piper&Drummer: das ist der Titel eines bekannten Dudelsack-Marsches)

Gairloch Cemetery
Gairloch Ginster
Gairloch Beach
Ich halte mich nicht in Gairloch auf, sondern fahre direkt auf der Hauptstrasse weiter. Es geht wieder ein langes Stück aufwärts und auf der Hochfläche entlang Loch Tollie, am Start des Tollie-Path vorbei, mit schönem Blick auf Loch Maree und zum Abschluss Schussfahrt hinein nach Poolewe.
Loch Tollie
Loch Tollie
Loch Maree
Loch Maree

Ankunft 20 Uhr. Der Campingplatz ist sehr gepflegt, allerdings auch sehr belebt und einige der Wohnmobil­camper und Trekking­radler sind Deutsche, die ersten, die ich auf der Tour treffe.

Aber ich suche keine Gesellschaft, sondern die örtliche Hotelbar. Morgen steht Fisher­field an, da feier ich schon mal vor, mit Beinn Dearg Ale und Highland Park Single Malt.

Slàinte mhath!

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