Over the hills and far away

Tag 5 – Di. 13. Juni 2017

Smial – Glen Golly

99,7km – 1278hm – 11h



Wetter: früh morgens Nieselregen, den Rest des Tages ist es heiter bis wolkig und außer ein, zwei kurzen Schauern trocken mit bis zu 17°.

Zum Frühstück gibt es Pulverkaffee und Riegel, bis Oykel Bridge wird das reichen. Aufbruch von Smial um 9:15 Uhr.

Kaum bin ich unterwegs, kommt mir ein Landrover entgegen, falls das die Besitzer der Jagdhütte sind, haben wir die Übergabe ja gut getimed. Nach 5km durch das schöne Glen Mòr folgen 6km auf schmaler Teerstrasse durch den locker bewaldeten Amat Forest, hier und da stehen einzelne Häuser, die zusammen den Weiler Croick bilden.

An der Croick-Church mache ich Halt. Sie ist von einem Friedhof umgeben, dessen Grabsteine von der heutigen Zeit bis ins 19.Jh. zurückreichen, der älteste, den ich entziffern kann, ist von 1844. Und in dieser Zeit war auch diese Gegend von den Highland Clearances betroffen. Im Mai 1845 wurden 18 Familien, insgesamt 88 Personen, aus ihren Häusern vertrieben und da sie nicht wußten wohin, richteten sie für mehrere Wochen auf dem Friedhof und in der Kirche ein Flüchtlingslager ein. An den Fensterscheiben sind noch eingeritzte Nachrichten von ihnen zu erkennen.

Die Hotelbar ist einer der Hauptanlaufpunkte des HTR. Dies ist die erste Möglichkeit seit Contin (75km) und die letzte bis Kylesku (100km), was zu essen zu kriegen, ausserdem kommt man nach der Nordschleife wieder hier vorbei. Daher ist während des Rennens immer was los, die Bar hat dann sogar über Nacht geöffnet.
Mit Haddock & Chips und McEwans Lager fülle ich die Speicher wieder auf, dann starte ich auf die legendäre Nordschleife.

Aber statt die kaum befahrene Singletrack-Road bis Rosehall zu nehmen, wage ich wieder ein Experiment. Hinter der Brücke fahre ich direkt am Fluß entlang zu einer Fußgänger-Hängebrücke. Von dort hatte ich in Google Maps gesehen, dass nur 200m weiter südlich ein Forstweg beginnt, auf dem man nach Rosehall fahren kann. Doch auf der anderen Seite der Brücke muss ich erkennen, dass der Wald komplett unüber­windlich eingezäunt ist. Also versuche ich, den Wald zu umgehen, folge einem Singletrail ein Stück nach Osten, schiebe dann querfeldein über einen Hügel, auf dem früher das keltische Torr a‘ Chorcain Fort stand und erreiche nach 800m durch sumpfige Wiese doch noch den gesuchten Weg. Der wird kurz darauf zur schmalen Teerstraße und trifft kurz vor Rosehall auf die Hauptstrasse. Aber diese Variante lohnt nicht. Wer was anderes versuchen will: zu entdecken gäbe es dort noch dieses Smial, das man erreicht, wenn man vor dem Fort noch weiter dem Fluß folgt. Danach kann man laut Karte über eine Fußgängerbrücke wieder zur Hauptstrasse. Ob das mit dem Bike machbar ist überlasse ich dem nächsten Geschichtensucher.

Der Weiler Rosehall besteht nur aus ein paar verstreuten Häusern ohne Einkaufsmöglichkeit, hat aber ein Hotel mit Bar. Wie ich erst im Nachhinein erfuhr, lohnt am Beginn des Glen Cassley ein Besuch der Achness Falls. Direkt daneben ist auch ein beim HTR beliebter Biwak-Spot, nix offizielles, halt nur gut geeignet zum Wildcampen. Beides liegt neben der HTR-Strecke und ist über Teer erreichbar, aber auch über einen Wiesenpfad, der in Rosehall direkt hinter der Brücke über den River Cassley beginnt. Ich bin heute für Teer, ein Experiment am Tag reicht.

Davy Spillane – Midnight Walker


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